Montag, 9. Mai 2016

Meine Ode an... den Schlaf!

Schlafen ist etwas Tolles. Ich mag das Schlafen. Man kann Abschalten, der Körper erholt sich, man kann sich in kuschelige Bettwäsche verkriechen und im besten Falle hat man sogar noch abgefahrene Träume. Schlafen ist also etwas verdammt Großartiges!

Als Teenager habe ich das auch immer voll ausgekostet. Ich hab bis tief in die Nacht ferngesehen, gezockt oder mit Blick auf den Sternenhimmel kreativ gearbeitet, nur um am Ende irgendwann zwischen drei und fünf Uhr todmüde ins Bett zu fallen und mich darauf zu freuen, am nächsten Tag ewig schlafen zu können. Und das hab ich auch gemacht. Entweder hab ich durchgedöst bis in die frühen Mittagsstunden oder so lange im Bett rumgelümmelt, bis meine Mutter zum Mittagessen gerufen hat. Da brauchte es auch gar keinen Kater - ich hab das auch so richtig gerne getan!

Das Blöde: Heute kann ich das nicht mehr, es ist eher umgekehrt. Abends werde ich schon um zehn Uhr müde und falle spätestens um Mitternacht in die Federn, außer natürlich, ich bin irgendwo unterwegs. Morgens werde ich dann zwischen acht und neun Uhr wach - und nichts, wirklich nichts geht mehr. Dann muss ich aufstehen. Selbst das Rumlümmeln nervt mich irgendwann. Ich kann dann nicht mehr liegen. Oder, noch schlimmer, ich schlafe noch einmal ein, werde am späten Morgen nach etwa zehn Stunden Schlaf wach und habe das Gefühl, völlig verdreht zu sein. Dann ist auch der ganze Tag vermiest. Als ich diesen Gedanken letztens hatte, erschrak ich richtig: Werde ich jetzt alt?!

Vermutlich liegt das in erster Linie natürlich am Lebensrhythmus. Wenn ich in der Woche regelmäßig früh aufstehe - und für die Arbeit tut man das natürlich - dann behält man dieses Zeitgefühl auch am Wochenende oder an freien Tagen und wird früher müde und entsprechend am nächsten Tag früher wach.

Auch krank sein ist inzwischen ein Worst-Case-Szenario. Nicht, weil es mir schlecht geht, sondern weil ich den ganzen Tag gezwungen bin, im Bett oder auf der Couch zu liegen und: zu schlafen. 

Rainer Sturm  / pixelio.de 

Zusätzlich gibt es noch einige Schlaftheorien, die auch ihren Beitrag leisten.
Die erste Theorie besagt, dass man mindestens sechs, besser noch sieben oder acht Stunden Schlaf pro Nacht bekommen sollte, um fit zu sein. Wahrscheinlich war die Aussage "sechs Stunden" nur eine Beschwichtigung der Menschheit gegenüber, denn wer schafft es schon, in der Woche acht Stunden Schlaf zu finden? Verrückt! Dann müsste man ja um elf oder sogar noch früher ins Bett! Dann lieber kompromittable sechs Stunden anbieten, das ist wenigstens realistisch.

Die zweite Theorie geht davon aus, dass man, wenn man regelmäßig mehr als neun Stunden pro Nacht schläft, an Lebensjahren verliert. Viel Schlaf ist also ungesund. Womit es schwierig wird: Zu wenig Schlaf (weniger als sechs Stunden) und zu viel Schlaf (mehr als neun Stunden) ist auf Dauer nicht gut für uns, auch wenn es sich gut anfühlt.

Die dritte Theorie hat einen ganz anderen Ansatz: Der Mensch hat Tief- und Wachschlafphasen, die sich im 90-Minuten-Takt durchspielen. Stellt man den Wecker nach diesem Takt, wird man in der Wachschlafphase wach und fühlt sich deutlich fitter als in der Tiefschlafphase. Egal, ob man drei oder zwölf Stunden schläft.

Nimmt man alle Theorien  zusammen, könnte man daraus schließen, dass sechs, siebenkommafünf und neun Stunden gut für den Körper sind.
Nur dass es nicht nur auf solche Theorien ankommt. Was ist denn zum Beispiel, wenn man durch Alkoholkonsum einen sehr leichten Schlaf hat? Oder wenn einen das Kind nachts ständig weckt? Oder wenn in aller Frühe die Müllabfuhr klingelt und man sich danach nochmal ins Bett zurückzieht? Das stört den Rhythmus und somit jede Regel. Schlafen ist also doch eher individuell.

Alles in allem trauere ich meiner Teenagerzeit in dieser Hinsicht ein wenig hinterher. Vor allem wenn ich im Bett liege und egal, wie sehr ich mich bemühe, nicht mehr weiter dort rumhängen kann.

Aber wer weiß: Vielleicht kommt die alte Phase ja wieder zurück. Auch wenn es dann nur am Wochenende so ist...

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