Montag, 14. November 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... Achtsamkeit!

...oder warum ich erst einmal mit Yoga warm werden musste!

Achtsamkeit ist das Ding. Nicht nur für unsere Generation, sondern im Prinzip für alle. Das merkt man schon daran, dass man mit Wellness, Feel-Good-Produkten und Lifestyle umspült wird. Googelt mal Lifestyle-Blogs. Oder Trendsportarten. Oder Ernährung. Das ist keine Tages-, sondern eine Wochenbeschäftigung.

Dass das so ist, wundert mich nicht. Schließlich war der vorherige und sehr langwierige Trend: Perfektionismus, Überstunden schieben, Überfliegen und Aufopfern. Business first also. Da liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Leute irgendwann protestieren. Und zwar mit der Work-Life-Balance. Also wird über eine 35-Stunden-Woche diskutiert, Yoga ist der Shit und gesunde Ernährung wird zum neuen Mantra.

Klingt erstmal nicht unbedingt positiv. Genauso stand ich dem Ganzen auch anfangs gegenüber. Yoga beispielsweise. Vor drei Jahren gab es in meinem alten Turnverein einen Schnupperkurs, der für die Trainer und ihre Kids angeboten wurde. Ich nahm mit meiner Gruppe daran teil - mit gehöriger Skepsis - und musste mir spätestens beim herabschauenden Hund das Lachen verkneifen. Denn mal ehrlich: Gut aussehen ist anders. Im Gegenteil - ich kam mir vor, als würden wir uns alle in der Clownschule befinden. Doch umso überraschter war ich, als es mir nach dem Yoga seelisch wie körperlich besser ging. Ich fühlte mich ausgeglichener, schließlich hatten wir nicht nur Sport, sondern auch Entspannungsübungen gemacht.

Also ging ich regelmäßig zum Yoga. Ich belegte sogar einen Kurs und zahlte Geld dafür. Denn ich spürte richtig, wie mein Körper wieder beweglicher und ich insgesamt ausgeglichener wurde. Auch in stressigen Situationen. Grundsätzlich merke ich, dass Sport und eine gesunde, ausgewogene Ernährung Sinn machen. Der Körper ist nicht darauf ausgelegt, 40 Stunden pro Woche im Büro zu sitzen. Das macht sich bemerkbar. Ich werde dann irgendwann unruhig, bin dauermüde und unmotiviert.

Doch das ist ja nur ein Aspekt von Achtsamkeit. Ein weiterer ist der Umgang mit sich selbst. Die einen würden es Selbstliebe nennen, die anderen Intuition: Das Gefühl, mit sich selbst im Reinen zu sein, sich gut zu kennen und sich zu hegen und zu pflegen. Diese Thema greifen auch einige Zeitschriften auf. Zum Beispiel die Ma Vie, die Happinez oder die Flow. Vor allem die Flow. Mit der konnte ich lange gar nichts anfangen, ich kannte sie nicht einmal, bis zwei Kolleginnen meinten, ich solle mal einen Blick hinein werfen. Lohnt sich. Also lieh ich sie mir aus und las mich rein. Hauptthema: Achtsamkeit. In allen Lebensbereichen. Angefangen bei Beziehungen, Wohlbefinden, Lifestyle bis hin zur die klassischen Work-Life-Balance. Geschmückt mit hübschem Papier, Bastelideen und spannenden Titelthemen. Jetzt muss ich aber sagen, dass die Zeitschrift mir ein wenig zu einseitig ist. Jeden Monat für sieben Euro Tipps zur Achtsamkeit? Bräuchte ich nicht unbedingt. Was ich aber brauche - wie jeder andere auch -, ist eine gute Beziehung zu sich selbst. Und da setzt die Flow sowie Konsorten richtig an.


Rike  / pixelio.de
Generell ist das die Essenz, die mir Achtsamkeit schmackhaft gemacht hat: Der Gedanke, dass man selbst im Mittelpunkt steht. Nein, das ist nicht egoistisch gemeint und bedeutet auch nicht, dass alle Gedanken nur um sich selbst drehen. Aber das heißt, dass man aufhören soll, sein Leben für andere zu leben. Wichtig ist, das zu tun, was glücklich macht. Kein Rumquälen, kein Zähne zusammen beißen, kein ja, wenn man nein meint. Auch das Aufopfern für die Arbeit hat aufgehört. Im Fokus steht das eigene Wohlbefinden. Das heißt natürlich nicht, dass man andere vernachlässigen soll. Aber das heißt auf jeden Fall, dass man etwas, der einen unglücklich macht, nicht tun sollte, wenn man nicht muss. Dass man statt einem Beruf eine Berufung suchen sollte und genau das tun, was einen erfüllt. Dass man sich für Unangenehmes Belohnen soll. Für Sport zum Beispiel (mit einer heißen, wunderbaren Dusche und tollem Duschgel) oder für das Rocken der Steuererklärung. Beziehungen, die einem nicht gut tun, sollte man loslassen und einfach mehr Menschen treffen, die man liebt. Und natürlich sollte man immer mehr von den Dingen tun, die man liebt. Das Leben ist schließlich oft genug mies, da ist es unerlässlich, ein Auge auf sich selbst zu werfen, denn das stärkt ja auch.

Deshalb finde ich Achtsamkeit zwar immer noch in seiner heutigen Ausprägung übertrieben, aber sinnvoll ist sie auf jeden Fall! Denn sie macht das Leben lebenswerter. 

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