Freitag, 25. November 2016

Seriencheck! Die Gilmore Girls

Es gibt Serien, die sorgen jedes Mal beim Gucken für dieses wohlig-warme Bauchgefühl. Als hätte man mal wieder ein lang ersehntes Familientreffen mit seinen Liebsten. Zugegeben, von diesen Serien gibt es nicht viele und nicht jede Serienart beziehungsweise Seriengenre ist dafür geeignet.

Aber die Gilmore Girls gehören dazu. Nicht nur, weil es sie sich um eine Familie dreht und für Familien geeignet ist, sondern weil sie so liebevoll inszeniert wird, dass man sich sofort heimelig und Zuhause fühlt.

https://www.youtube.com/watch?v=kGGNNSmGDpU
Ich habe die Gilmore Girls erst spät für mich entdeckt, nämlich letztes Frühjahr. Mir gingen die Serien aus, die Gilmore Girls kannte ich noch nicht, also schaute ich rein. Eigentlich war mir die Serie schon früher über den Weg gelaufen, in den 2000ern, als sie noch topaktuell auf VOX im Nachmittagsprogramm lief, aber irgendwie war ich zu dem Zeitpunkt weder serieninteressiert noch hielt ich die Gilmore Girls damals für cool. Sie liefen schließlich zum selben Zeitpunkt wie der Denver-Clan.

Doch als ich mich mal ein wenig reingesehen hatte, wuchs mir die Serie sehr schnell ans Herz. Das Mutter-Tochter-Gespann der Lorelais ist schlagfertig, witzig und alles andere als normal. Die Nebencharaktere sind allesamt liebevoll und detailliert erdacht worden und ergeben weit mehr als ein illustres Hintergrundbild. Die Handlungen plätschern zwar teilweise vor sich ihn - aber hey, wenn man seine Familie besucht, passiert da ja auch nicht jedes Mal was spannendes. Manchmal kommt man einfach nur vorbei, um dort zu sein.

Sieben Staffeln hat die Serie insgesamt geschafft - und dabei leider an Qualität eingebußt. Ging es anfangs noch um viele Lebensaspekte, schoss es sich am Ende stark auf das Thema Liebe ein - und zwar nicht auf die romantische, sondern teils auf die nervenaufreibende Art. Beziehungen wurden wegen eines falschen Wortes beendet, andere kamen ewig nicht zustande. Die zwei Frauen, die damals mit ihrem Lebensstil und ihrer Einstellung feministische Vorreiter waren, wurden plötzlich doch stereotypisiert. Doch zu dem Zeitpunkt hatte man Stars Hollow, den Ort, in dem die Serie spielt, schon so ins Herz geschlossen, dass es keinen Weg zurück gab.

Jetzt und zwar ziemlich genau jetzt, nämlich heute, neun Jahre nach dem Serienende, kommen vier neue, spielfilmlange Folgen auf Netflix raus. A Year in Life heißen die vier Teile, die sich allesamt an den Jahreszeiten orientieren. Lange wurde darauf hingefiebert. Nicht nur von mir, sondern von der halben Welt. Ich habe sogar befürchtet, dass sämtliche Server heute Morgen mit der Veröffentlichung abstürzen, weil jeder die Folgen sehen will. Und ich freue mich nicht nur, weil es neue Folgen sind, sondern weil fast der gesamte Cast von damals wieder dabei ist. Die Geschichte geht weiter. Auch ich werde heute Abend irgendwann vor dem Fernseher versinken und so lange Lorelai und Rory zuschauen, bis mir die Augen zufallen. Denn immerhin sind es sechs Stunden. Sechs wundervolle Stunden mit der wundervollsten Serienfamilie der Fernsehwelt.

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