Mittwoch, 7. Dezember 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... Feminismus!

Ich bin Feministin. Ich glaube daran, dass Frauen und Männer gleichberechtigt leben sollte. Ich bin überzeugt, dass nur eine gleiche Bezahlung für dieselbe Arbeit fair ist. Ich finde, Frauen und Männer sollten nie aufgrund ihres Geschlechts in Schubladen gesteckt oder sogar benachteiligt werden. Ich glaube, jeder Mensch hat das Recht, sein Leben zu gestalten, wie er möchte und dass Gleichberechtigung einen entscheidenden Beitrag dazu leistet. Und ich glaube, dass Körperlichkeiten auch eng mit Gleichberechtigung zu tun haben. Genau wie mit Toleranz und Respekt.

Ich finde, dieses Thema ist einerseits völlig über seinem Zenit und viel zu oft diskutiert worden, andererseits hat das alles die Gleichberechtigung nach wie vor nicht weiter gebracht. Wenn ich mir anhören muss, dass inzwischen Vergewaltigungen eventuell irgendwie strafbar sind, die Menschen angeblich viel zu politisch korrekt agieren und eine Frauenquote eingeführt wurde, platzt mir die Hutschnur. Denn das ist Pseudofeminismus. Viel Gerede, wenig Handlung. Alles, um das Bild zu wahren, die Situation sei im Griff.

Dabei ist es eigentlich in unserer heutigen Zeit lächerlich, dass Frauen noch immer benachteiligt werden. Viele Entwicklungen auf der Welt sind so fortschrittlich - nur die Rechte der Frauen nicht.

Nun könnte man ja mokieren, dass doch fast alles zwischen den Geschlechtern angepasst wurde. Frauen und Männer haben die gleichen Freiheiten, die gleichen Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten und niemand verlangt mehr, dass wir am Herd stehen und für die Kinder kochen. Ja, aber. Trotz der vielen Freiheiten verdienen wir in vielen Jobs weniger als ein Mann, der dasselbe macht. In manchen Branchen haben wir gar keine Chance, Karriere zu machen, weil man dort nur mit Schlips und Anzug erwünscht ist. Aber das ist nur der große Stil. Der Kleine ist noch viel schlimmer. Ständig wird man mit Klischees konfrontiert, die teils lustig, teils aber einfach nur erschreckend sind. Letztens wurde ich von einem Typen gefragt, ob ich wirklich die Larsson-Reihe gelesen hätte. Die müsse doch von meinem Freund sein. Hat man mir wohl als Frau nicht zugetraut. Und mir wurden auch schon kaputte Gegenstände aus der Hand gerissen, schließlich könne ich so was ja gar nicht reparieren. Weil ich eine Frau bin. 

Aber das ist noch vergleichsweise harmlos, wenn man mal den Sexismus betrachtet. Frauen wird einfach an den Po gegriffen, weil Mann glaubt, er darf das. Frauen werden mit Spitznamen bedacht, durch die Gegend geschickt und aufs derbste schikaniert. Und, schlimmstenfalls, werden Frauen sogar vergewaltigt, weil sie sich so offenherzig gekleidet haben. All das passiert, weil es Frauen sind. Und sich in manchen männlichen Köpfen manifestiert hat, dass sie das Erbrecht hätten, so mit Frauen umzugehen. Deshalb wird mir jedes Mal übel, wenn ich einem solchen Chauvinisten begegne. Und in solchen Momenten verstehe ich auch Frauen, die einen derart großen Hass gegen Männer entwickelt haben, dass sie ihnen am liebsten ebenfalls die Rechte entziehen wollen.

Nur geht mir das um längen zu weit. Manche Frauen bezeichnen sich nämlich als Feministinnen, obwohl sie eigentlich nur einen Rollentausch wollen: Frauen haben die Vormachtstellung, Männer hinken hinterher. Für mich sind das auch keine Feministinnen mehr, sondern Chauvinistinnen. Denn wie das Wort Gleichberechtigung schon sagt, geht es um gleiche Rechte. Da wird niemand abgewertet, sondern eher aufgewertet. Eben auf ein Niveau. Ich möchte nun mal auch keine Welt, in der Männer verpönt werden, wenn sie Labello tragen oder Elternzeit einlegen. Jeder sollte einfach das tun dürfen, was er möchte - ohne dabei ins Leben anderer einzugreifen.

Genau deshalb braucht es heute noch immer - oder schon wieder - Feminismus. Und das ist auch der Grund, warum ich Feministin bin. 

PS: Als Goodie am Schluss fürs fleißige Lesen der neue Song von Jennifer Rostock: "Hengstin".
PPS: Geht übrigens auch um Feminismus.

https://www.youtube.com/watch?v=aKf5jqfoxIE

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