Freitag, 22. April 2016

Meine 5 Minuten gehen diese Woche an... die Mühelosigkeit!

Es ist ein paar Wochen her, da saß ich im Büro, als die Tür aufgerissen wurde und eine Kollegin kreidebleich im Gesicht rein gestürmt kam. Meinen entgeisterten Blick erwiderte sie mit den panischen Worten: "Scheiße, ich hab verschlafen! Hab ich was verpasst?" So weit, so normal.
Nur dass diese Kollegin eben ganz und gar nicht verschlafen aussah. Ihr Make-up war perfekt: Nicht übertrieben, sondern natürlich, aber eben doch geschminkt. Ihre Haare saßen super, keine Strähne schaute in die falsche Richtung. Und auch ihr Outfit sah nicht aus, als hätte sie es sich wahllos aus dem Schrank gefischt. Sie sah einfach rundum perfekt aus. Entsprechend zerstört war mein Weltbild, denn wenn ich verschlafen habe und irgendwo zu spät auftauche, sieht man das: Notdürftige Frisur, fragliches Make-up (wenn überhaupt) und mit hoher Wahrscheinlichkeit das Outfit vom Vortag.

Männer kennen das Phänomen aber auch. Zum Beispiel wenn sie auf einer Party einen anderen Kerl vorgestellt bekommen, der richtig frisch und attraktiv aussieht, ohne überstylt zu wirken. Mit der perfekten Out-of-Bed-Frisur, die man an sich selbst nie hinbekommt. Und auf die Frage, wie er das macht, antwortet er mit einem Alles-easy-Grinsen: "Naja, ich bin einfach heute Morgen so aufgestanden." Da ist man doch erstmal rat- und sprachlos.

Automatisch kommen mir dann immer Fragen in den Sinn wie: Geht das überhaupt? Haben manche Menschen ein natürliches Talent für Makellosigkeit? Und wenn ja: Kann man das lernen?

JörgBrinckheger  / pixelio.de

Aber ich konnte mich selbst entwarnen: Meistens ist das alles nur Lug und Trug. Eine Freundin hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie das gerne so macht: Sie stylt sich, bis alles sehr lässig aussieht und wenn sie dann zu spät kommt, gibt sie einen anderen Grund vor. Wie meine Kollegin. Denn Lässigkeit und Natürlichkeit sind inzwischen Trend. Keiner möchte mehr aussehen wie eine zugekleisterte Litfaßsäule, sondern menschlich. Normal. Und dabei möglichst schön. Als habe der metaphorische Gott einem diese natürliche Superoptik mit auf den Weg gegeben. Nur dass das bei den meisten von uns Normalen eben nicht so ist. Da muss mit Make-up oder bei Männern Gel im Haar nachgeholfen werden. Nur dass dieses Nachhelfen oft als Mühelosigkeit respektive Lässigkeit getarnt wird.

Es gibt aber noch ein weiteres Mühelosigkeits-Phänomen, das sich nicht ganz so leicht abtun lässt (und sich überwiegend bei Frauen findet): Die Frisur oder das Make-up wird einfach im Laufe des Tages geändert. Ohne Spiegel natürlich. Frauen machen sich mühelos einen umwerfenden Dutt. Beim ersten Versuch, mitten während der Vorlesung. Oder tragen sich im Bus Lippenstift auf, ohne auch nur ein wenig über den Lippenrand zu malen. Es ist wie Magie - nur gibt es diese Wonderwomen wirklich. Keine Ahnung, ob sie das Zuhause monatelang geübt haben, um lässig zu wirken oder ob es tatsächlich naturgegeben ist. Hier kann ich leider (oder vielleicht auch zum Glück) nicht den Zauber nehmen.

Aber mein Tipp: Wenn ihr seht, wie eine Frau so mühelose Taten vollbringt, dann fragt nach!
Von solchen magisch talentierten Geschöpfen kann man nämlich viel lernen! :-)

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