Freitag, 11. März 2016

Meine 5 Minuten gehen dieses Woche an... Freundschaftsdefinitionen!

"Freunde sind wie Sterne. Du kannst sie zwar nicht immer sehen, aber du weißt, sie sind immer für dich da!" Spanisches Sprichwort

So oder so ähnlich denken wir über Freundschaft. Oder?

Zumindest war das mal so. In der Generation unserer Eltern traf und trifft diese Definition noch zu. Es gibt Freunde, es gibt Bekannte und es gibt Fremde. Denn der Status Freund war neben dem Partner das Maximum, das man erreichen konnte. Das waren Leute, mit denen ist man aufgewachsen, vielleicht aus der Nachbarschaft, vielleicht aus dem Kindergarten oder der Schule, seltener von der Arbeit. Menschen, die einem so nahe sind, das man das Leben mit ihnen teilt. Das sieht man auch heute, denn viele Menschen aus dieser Generation haben nur ein, zwei Freunde, manche auch nur ihren Partner und dann Bekannte.

Aber seitdem hat sich viel gewandelt. In unserer Generation gibt es plötzlich regelrecht Freundschaftssysteme. Auch wenn das sehr nach Bürokratie klingt, geht es fast in diese Richtung. Jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von Freundschaft und bildet selbst Abstufungen. Wir stecken die Menschen in unserem Umfeld also in Schubladen.

Zum ersten Mal aufgefallen, wie kompliziert das werden kann, ist es mir bei einer Freundin. Sie beschwerte sich erschöpft, dass alle sie als ihre beste Freundin sehen, sie selbst aber nur eine beste Freundin hat und manche dieser Leute, die sie so gerne mögen, gar nicht so gerne mag. Da wurde mir klar, dass man sich auf das gute alte Freund-sein nicht mehr verlassen kann, sondern am besten Einblick in die Systeme der anderen hat - und seine Definition kennt. Denn nichts ist fieser, als jemanden zu seinen liebsten Freunden zu zählen und irgendwann zu erfahren, dass derjenige mit einem nichts anfangen kann.

Spannend ist aber auch, welche Freundschaftssysteme es gibt. Beispielsweise gibt es Leute, die ein regelrechtes Rating führen, wer ihnen gerade am liebsten ist. Das kann sich aber natürlich jederzeit ändern. Oder es gibt Leute, die klare Abgrenzungen machen: Bester Freund, gute Freunde, lockere Freunde und Bekannte. Kommt jemand in den Guter-Freund-Status, geht er auch so schnell nicht mehr. Es gibt Leute, die haben einfach Freunde, für die ist es aber auch schwer, Freundschaften zu knüpfen. Und das Wort Freund bedeutet bei denen ziemlich viel. Es gibt umgekehrt jedoch Menschen, die wechseln drei Sätze mit jemandem und sehen ihn dann schon als Freund.

Dass nicht jeder direkt ein Freund ist und es auch Bekannte geben muss, oder zumindest Menschen, denen man nicht so nahe steht, ist aber gut. Zum einen ist es etwas sehr wertvolles, wenn man sein Leben und seine Gefühle mit jemandem teilt. Gibt es zu viele Menschen, mit denen man das tut, laugt es einen selbst irgendwann aus und man kann auch von denjenigen, die einem vielleicht doch nicht so nahe stehen, echt enttäuscht werden. Da ist es ziemlich hilfreich, Menschen zu haben, mit denen man einfach mal Smalltalk halten kann, ohne dass es tiefer geht. Heißt ja nicht, dass man diese Leute nicht auch mag. Außerdem, so die Faustregel, sind mehr als fünf enge Freunde ungesund, man kommt nicht mehr hinterher und die Freundschaft leidet früher oder später. Und diese fünf begleiten einen sicher auch länger :-)

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